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Alltagsgedanken

Urlaub 2020 – und wo ich auf keinen Fall hin wollte

 

Wir Deutsche sind selbst in Corona-Zeiten irgendwie auf „Urlaub“ eingestellt. Sicher ist das nicht nur gut für all diejenigen, deren Lebensunterhalt durch den Tourismus verdient werden muss. Für viele, die auch in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Stress hatten, ist ein Tapetenwechsel sicher gut. Und wenn man auf alles achtet, was wichtig ist kann man sicher auch Urlaub machen – vor allem im eigenen Land.
Aber auch andere Länder hoffen auf deutsche Touristen und werben.
Vor einigen Wochen war sogar der türkische Tourismus-Minister der Türkei auf Werbetour in Berlin,
er warb nicht nur, er forderte sogar! Und ließ auch nicht aus, seinen Unmut über die Entscheidung unserer Bundesregierung zu äussern , die Türkei als Risikoland wegen Corona einzustufen.

Ich kann hier gar nicht beschreiben welche „Gefühle“ da in mir hochgekommen sind.
Wer mit wachem Auge liest und seine Ohren nicht ganz verschließt, wird ja hoffentlich durch Presse, durch die Medien aufmerksam verfolgt haben, wie die türkische Regierung sich zu einem Land verändert hat, das weder Rechtsstaatlichkeit praktiziert noch Achtung und Respekt den Christen im eigenen Land zollt. Deutsche Touristen sollen doch bitte Geld ins Land bringen; aber jeden Tag tut die türkische Regierung alles, um Christen zu demütigen, zu benachteiligen, ja zu verfolgen und auszuweisen.
Für mich sind zwei „Ereignisse“ der letzten Monate Grund genug, nicht nur selbst auf gar keinen Fall Urlaub in diesem Land zu machen, sondern ich versuche auch, andere auf das hinzuweisen, warum man meines Erachtens „mit den Füßen und dem Geldbeutel“ für die Christen dort abstimmen sollte.

Da ist es seit Jahren üblich, dass z.B. evangelische Christen aus dem Ausland, die in der Türkei leben, ausgewiesen werden weil sie als Sicherheitsrisiko eingestuft werden. Eine neue „Aktion“ ist jetzt, dass es auch ausländische Ehepartner türkischer Protestanten trifft. So auch ein Ehepaar; der Vater von drei kleinen Kinder lebt mit seiner amerikanischen Ehefrau schon mehr als 10 Jahre in Ankara. Er arbeitet beruflich am türkischen Staatstheater und ist ehrenamtlicher Pastor einer Gemeinde. Seine Ehefrau bekam die Aufforderung, binnen zehn Tagen das Land zu verlassen.
(mehr gibt’s in einem BNN-Bericht vom 16.Juni - bei mir einzulesen)
Dann gab es in den vergangenen Tagen die Entscheidung auf Befehl von Erdogan, das Weltkulturerbe Hagia Sophia  in eine Moschee umzuwandeln. Da nützen auch Proteste aus der ganzen christlichen Welt nicht- die türkische Regierung pfeift darauf.

Und dann sollen wir dorthin fahren und Urlaub machen und Geld ins Land bringen???
Ich habe geschrieben- ans türkische Konsulat in Karlsruhe und an die türkische Botschaft in Berlin.
Und ich fände es so wichtig, dass es andere auch tun…nicht nur nicht hinfahren sondern auch
schreiben warum.
Stellen wir uns nur vor, wir müssten dort leben….und unsere Glaubensgeschwister genießen ihren Urlaub in der Türkei und bringen das Geld!
Mal wieder die Frage: Was würde wohl Jesus tun???
Evi Oberacker

P.S. ja, wir fahren auch einige Tage in Urlaub - nach Borkum