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Monatsspruch Oktober 2021

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken. Hebräer 10, 26

 

Vielen von euch ist der diesjährige Monatsspruch für den Oktober bestimmt bekannt. Manche haben ihn vielleicht sogar als Trauspruch gewählt.  Er passt so wunderbar zu dem, auf was es in einer Ehe ankommt: auf gegenseitige Achtsamkeit. Doch auch in der Familie, im Gemeindeleben oder in jeder Gemeinschaft, auch die des CVJM, ist es so wichtig, dass wir auf einander aufpassen, dass die Liebe unser Handeln bestimmt.

Und doch: beim ersten Lesen des Bibelverses fühlte ich mich ertappt. Ertappt in meinem Egoismus, ertappt darin, wenn, dann gerade mal noch an meine eigene Familie, aber bestimmt nicht auch noch an alle anderen hilfsbedürftigen Menschen um mich herum, zu denken.

Alle anderen Christen und Christinnen in meinem Umfeld können das viel besser. Und sogar die Kollegin auf der Arbeit, die nicht gläubig ist, hat mir gestern ohne zu zögern ausgeholfen und ich, was mache ich?

Gleichzeitig fühlte ich mich auch bei dem Gedanken ertappt, die nicht vorhandenen Werke von anderen zu kritisieren. Wie oft hatte ich in der letzten Zeit, auch im Hinblick auf Politiker, gedacht: Wo sind deren gute Werke? Wie christlich sind die denn?

Und da war sie wieder: meine eigene Selbstgerechtigkeit. Denn es geht nicht darum, was ich oder andere tun, welche Werke ich vollbringe, sondern zentral ist, das zeigt uns der Monatsspruch: die Liebe.

Zu ihr sollen wir uns gegenseitig anspornen, sollen darauf achten, dass sie uns nicht verloren geht und dazu gibt es nur einen Weg: ganz nah am Herzen des Vaters zu sein. Denn er ist nur Liebe. In der Verbindung mit ihm, achten wir aufeinander, sehen ihn im Nächsten und tun ihm oder ihr Gutes. Nicht aus Pflichterfüllung oder weil jemand sagt: „Du musst!“ Nein, weil ich soviel Liebe habe, dass sie aus mir herausfließt und ich von ganz alleine auch beim Anderen bin. Ohne mein Zutun, sondern weil Gott es ist, der in mir wirkt. Und Gott weiß, wann er mir den Nächsten aufs Herz legt. Ihn dann auch zu sehen und ihm oder ihr in Liebe zu begegnen, dazu will ich bereit sein und möchte auch dich dazu ermutigen.

Und wie schnell das geht, möchte ich zum Schluss mit dir teilen: nachdem ich mich überschwänglich bei meiner Kollegin bedankt hatte, kam zehn Minuten später der Anruf einer anderen Kollegin, die meine Hilfe benötigte und der ich dann aushelfen konnte.

Ich wünsche dir, dass du erfahren kannst und es auch zulässt, dass andere auf dich achthaben. Und ich wünsche dir, dass der Bibelvers, der dem Monatsspruch vorausgeht dir dabei hilft, auf andere zu achten: „Lasst uns fest halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.“

Simone Schönung