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CVJM Baden Aktuell

Mit Rückenwind, Glauben und Geschichte

Die CVJM-Männerradtour 2026 führte von Unteröwisheim durch Kraichgau und Rheinebene

Vom 1. bis 3. Juli 2026 brachen radbegeisterte Männer wieder zur legendären „CVJM Tour de Ländle“ auf.

Steckbrief: 12 Männer · 3 Tage · Basislager: CVJM-Schloss Unteröwisheim · Tagestouren nach Bretten, Speyer und Eppingen. Dazu: Sonne, Rückenwind und ein Leitwort vom Tourchef Andreas D.: „… dass dich des Tages die Sonne nicht steche!“ (Psalm 121,6) – nach den 40 °C der vergangenen Woche durchaus ein Gebetsanliegen.

 

 

Tag 1 – Auf den Spuren Melanchthons nach Bretten

Durch das idyllische Wiesental des Kraichbachs radeln wir entlang blühender Wiesen und goldgelber Kornfelder Richtung Bretten, jener mittelalterlichen Kreisstadt, die einst Knotenpunkt dreier Handelsrouten und ein Hort des Humanismus war.

Unser Tagesziel: Bretten. Dort wartet bereits eine hochinteressante Führung durch den Historiker und Dekan a. D., Pfarrer Dr. Schneider. Am Markt, im berühmten Melanchthonhaus, tauchen wir ins 16. Jahrhundert ein und folgen den Spuren Philipp Melanchthons – des „Machers hinter den Kulissen“ der Reformation, Weggefährten Luthers und Verfassers der wegweisenden Confessio Augustana.

 

 

Tag 2 – Westwärts nach Speyer

Heute lautet die Devise: „Going west!“ Es geht in die Rheinebene und nach Speyer, dessen berühmter Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Von der morgendlichen Frische beschwingt, satteln wir unsere E-Stahlrösser und machen uns auf den Weg. Ein erster Stopp führt uns zur St. Wendelinus-Kapelle. Der Überlieferung nach überlebte hier im Jahr 1760 ein Hirte mit seiner Schafherde unter einer Eiche ein schweres Unwetter. Aus Dankbarkeit weihte er den Ort dem heiligen Wendelinus, dem Patron seiner Zunft. Bald wurde daraus ein Pilgerort.

 

 

Beim Anblick des Hirten dürfen wir zugleich an unseren guten Hirten Jesus Christus denken.

Weiter geht’s. Hochwasserdämme und Schilfmeere künden bald von den Altrheinauen. Kaum ist die Rheinbrücke passiert, baut sich vor uns gewaltig der Speyerer Dom auf – mit seiner Bauzeit von 1030 bis 1126 eine der beeindruckendsten romanischen Kirchen Europas.

Für eine gute Stunde tauchen wir ins 11. und 12. Jahrhundert ein, bevor es zurück in die Gegenwart geht – bei einem Eis in der Gelateria Café Caesar und anschließend wieder heim nach Unteröwisheim.

 

 

Tag 3 – Dem Himmel entgegen nach Eppingen

Am dritten Tag geht es nach Osten, hinein ins Hügelland des Kraichgaus. Ziel ist Eppingen.

Kaum liegen die wunderschönen Wiesentäler des Kraichbachs hinter uns, fordert eine Bergetappe alle E-Kräfte: Mit mehr als 15 Prozent Steigung erklimmen wir durch die Weinberge den Astronomiepark Kraichtal. Dem Himmel nun tatsächlich ein Stück näher, werden wir mit einem fantastischen Weitblick über das Land belohnt – und mit einer Ahnung von Gottes unermesslichem Weltall und seinen unzählbaren Sternen.

 

 

Pünktlich um 13 Uhr stehen wir auf dem Marktplatz der Großen Kreisstadt Eppingen. Unser charismatischer Stadtführer Reinhard Ihle führt uns durch die Stadt der Fachwerkhäuser.

Beim Gang durch die Altstadt begegnen wir auch den Spuren jüdischen Lebens: der ehemaligen Synagoge, die heute als Wohnhaus genutzt wird, und dem noch erhaltenen rituellen Bad, dem Jordanbad. 4,70 Meter steigen wir in die Tiefe hinab bis zum Grundwasserspiegel. Zugleich wird uns bewusst: Mit dem Holocaust endete das jüdische Leben in Eppingen.

Beeindruckt vom Flair dieser einstigen Reichsstadt und ihren prachtvoll restaurierten Fachwerkhäusern treten wir die Rückfahrt an.

 

 

Dank und Abschied

Zurück im Schloss bleibt vor allem ein großer Dank an das CVJM-Team für die liebevolle Versorgung und das schöne Ambiente. Zum Abschluss noch ein letzter Blick hinauf zum Storchennest – und ein herzliches „Bis bald!“

Wir kommen wieder. Es war eine tolle Tour und eine wunderbare Gemeinschaft.

 

Andreas Becker

 

Mehr Fotos gibt es hier in der Galerie.